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Antike Realität mobil erleben

Träger

Universität Trier

Status

Projekt in Umsetzung

Projektbeschreibung

Die LAG Hunsrück hat in ihrer Sitzung am 28. Juni 2016 ein neues transnationales Projekt der Universität Trier beschlossen. "Antike Realität mobil erleben" soll die moderne Technologie der Augmented Reality nutzen, um nicht mehr existierende Objekte aus der Antike virtuell in der heutigen Realität abzubilden und damit unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Beteiliigt sind sechs Aktionsgruppen in Rheinland-Pfalz und drei in Luxemburg.

Projektbeschreibung

Augmented Reality (AR)

Die „Augmented Reality“ (AR) ist eine neue Visualisierungstechnik, die derzeit mithilfe leistungsstarker Soft- und Hardware weltweit massiv weiterentwickelt wird und in den Nachrichten von Fach- und Tagespresse eine große Resonanz findet. AR bietet die Möglichkeiten, Realität und Computergrafiken so miteinander zu verschmelzen, daß in Echtzeit ein neues, homogenes und realistisches Bild entsteht. Dazu wird im ARmob-Projekt die Umgebung durch eine Kamera in Echtzeit gefilmt, in die der Computer dann eine dreidimensionale Grafik einblendet, die ständig dem Blickwinkel des Betrachters angepasst wird.



Ziele von ARmob

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und das Angebot des Informationssystems „Antike Realität mobil erleben (ARmob)“. Es dient dazu, Besuchern eines Ortes oder einer Region, sei es auf einem spontanen Ausflug oder auf einer vorbereiteten Reise, zielgruppenorientierte Informationen primär zu antiken (keltischen oder römischen)
Denkmälern anzubieten. Zugleich wird durch das Faszinationspotential der AR die touristische Attraktivität der Regionen gestärkt und Besucher gezielt zu weiteren, für sie interessanten Orten geleitet.

Komponenten des Informations- und Führungssystems ARmob

Das System ARmob wird aus drei Komponenten bestehen:
Herzstück ist eine Applikation ('App') für digitale Endgeräte (Smartphones, Tablets), welche rekonstruierte
archäologische Denkmäler lagegetreu und vom Standort des Betrachters unabhängig in die natürliche Umwelt einblendet und dem Besucher archäologischer Stätten so Informationen präsentiert. Eine Machbarkeitsstudie, die 2015 (mit EU- und rheinland-pfälzischen Fördermitteln nach dem LEADER-Ansatz durch die LAG Hunsrück) durchgeführt wurde, hat die Umsetzbarkeit der Technik demonstriert. Die 'App' soll im Verlaufe des Hauptprojektes so weiterentwickelt werden, dass sie nur auf GPS-Daten und den Trägheitssensoren der Endgeräte basierend die Objekte lagegetreu darstellt und auf ‚Marker', wie sie sonst im Regelfall notwendig sind,
vollständig verzichtet.

Die Hinführung zu den touristischen Zielen und den archäologischen Denkmälern erfolgt mit Hilfe eines Routenplaners, der es ermöglichen wird, auf der Grundlage von individuellen Anforderungen eine Auswahl von Orten zu treffen: z.B. römische Tempelarchitektur im Kreis Bernkastel-Wittlich, römische Villen entlang der Saar oder Points of Interest auf dem Wege von z.B. Luxemburg nach Koblenz.

Die 'App', der Routenplaner und Informationen zu den Objekten stehen auf einem Server via Internet (webbasierte Datenbank) bereit, so kann z.B. ein Geschichtslehrer mit seiner Klasse entsprechende Ausflüge vorbereiten und durchführen oder ein Reiseunternehmen entsprechende Touren planen und anbieten.

Potential der AR für den Benutzer

Visualisierungen mit Hilfe von AR besitzen eine hohe Faszination. Der Besucher wird unmittelbar ‚gepackt' und erhält, da der Hintergrund mit der Kamera des Endgerätes gefilmt wird, einen naturgetreuen Eindruck vermittelt: Bewegungen in der Natur, wie Wind in den Ästen von Bäumen, ziehende Wolken, Vögel oder auch Menschen werden
wahrgenommen und in das Bild mit dem Computermodell integriert. Die Gebäude sind dreidimensional rekonstruiert, in die aktuelle Landschaft eingebunden, so dass der Besucher, unabhängig von seinem eigenen Standort, das Gebäude stets lage- und größengetreu an der richtigen Position sieht. Sobald sich der Besucher bewegt, wird das
Modell jeweils in entsprechender Größe und Blickwinkel dargestellt. Ein Umschreiten, ein sich Nähern oder ein Entfernen ist möglich und wird entsprechend gezeigt. Eine solche neuartige Visualisierung von Monumenten gibt es derzeit noch nicht! Wir können hier erstmalig die Neugier der Besucher auf die Orte mit der Neugier auf eine neue Technik verbinden.

Download der 'App' und Nutzung von ARmob sollen für den Nutzer (abgesehen von Verbindungskosten) kostenfrei erfolgen.

Vorteile von ARmob für Anbieter und Nutzer

ARmob bietet gegenüber anderen Führungs- und Informationssystemen für den Anbieter den wesentlichen Vorteil, daß die mobilen Endgeräte von den Besuchern mitgebracht werden. Damit entfallen sämtliche Anschaffungskosten für die am Projekt teilnehmenden Kommunen als Anbieter. Aufgrund des sehr hohen Verbreitungsgrades von Smartphones ist davon auszugehen, daß in einigen Zielgruppen, wie zum Beispiel Jugendlichen, nahezu 100% über die technischen Voraussetzungen verfügen. Zudem ist der Modernisierungsgrad der Smartphones üblicherweise sehr hoch, so daß mit einer im Wesentlichen einheitlichen Ausstattung auf aktuellem technischen Stand ausgegangen
werden kann.

Der Zugriff auf die 'App' und die Daten ist damit allein von der zur Verfügung stehenden Datenverbindung abhängig. Bei entsprechender Vorbereitung des Nutzers kann die benötigte Zeit, z.B. durch Download der 'App' vor Antritt der Reise mittels des Routenplaners, deutlich optimiert werden.

Für den unvorbereiteten ‚Überraschungsbesucher' genügt vor Ort eine einfache Infotafel (Bestandteil des ARmob-Projektes) mit einem QR-Code zum Download der 'App' und einigen wenigen Informationen als „Appetizer“.

Die Informationen werden für den Besucher in vier europäischen Sprachen (D, E, F, NL) angeboten.

Räumliche Abdeckung und Auswahl der Objekte

Das Projekt soll das Gebiet von neun LAGen abdecken und transnational ausgerichtet sein: LAG Bitburg-Prüm, LAG Erbeskopf, LAG Hunsrück (Federführung), GAL Luxemburg West, GAL Miselerland, LAG Mosel, LAG Moselfranken, GAL Region Müllerthal, LAG Vulkaneifel.

Die Auswahl der Objekte erfolgt im „bottom-up' Prinzip durch Absprache mit den beteiligten Projektpartnern. Neben Objekten von überregionalem Rang sollen auch solche, die von thematischem Interesse sind oder die für Kommunen oder Regionen identitätsstiftenden Charakter haben, aufgenommen und von uns bearbeitet werden.



Die Objektkategorien reichen von der einfachen und detailreduzierten Darstellung eines typenhaften Gebäudes (Kategorie A) bis hin zu der weitgehend originalgetreuen Rekonstruktion (Kategorie C).

Für die Projektumsetzung sind bis zu 108 Modelle vorgesehen (Modellkategorien A, B und C). Im Rahmen des ARmob-Projektes sind zur Zeit 59 Modelle gewünscht. Diese verteilen sich auf die Gebiete der sechs rheinland-pfälzischen (16 Verbandsgemeinden mit 31 Orten) und der drei luxemburgischen Lokalen Aktionsgruppen (16 Gemeinden mit 17 Orten).

Grundsätzlich strebt ARmob an, durch die Anzahl und Auswahl der Modelle eine inhaltlich-thematische Geschlossenheit zu gewährleisten, die kulturelle Vielfalt widerzuspiegeln und eine regionale Abdeckung zu sichern. In dem Routenplaner werden daher sämtliche im Projektraum bekannten Fundstätten aufgenommen, auch wenn nicht für alle Objekte Modelle erstellt werden sollen.

Grundlage für die Auswahl von Orten und archäologischen Stätten sind unter anderem die „Straßen der Römer “ und damit ein von regionalen und transnationalen Tourismusvereinigungen (z. B. Eifel-Tourismus, Moselland-Tourismus, Hunsrück-Tourismus, Tourismuszentrale Saarland, Office Régional du Tourisme Région Mullerthal – Petite Suisse Luxembourgoise) getragenes Dachmarketing. Damit ist eine Anbindung und Integration von ARmob an bestehende touristische Strukturen und Initiativen problemlos möglich. Für die Integration von weiteren touristisch relevanten Aspekten wird in dem Modul 'Routenplaner' eine Schnittstelle zu den Touristikern implementiert, die z.B. mit den Fachdatenbanken 'deskline' des Tourismusverbandes Rheinland-Pfalz und des 'outdooractive' Netzwerkes arbeiten.

Mit ARmob hat die Regionaltouristik die Möglichkeit, das touristische Interesse durch ‚Klickzahlen' im Routenplaner sowie durch Downloadzahlen der Objektdaten nachvollziehen zu können. Damit steht ein Instrument zur Abschätzung von Potentialen, zur Evaluation bestehender Programme und zur Planung neuer Tourismusstrategien zur Verfügung. Zugleich können zielgerichtet in ARmob Zusatzinformationen wie weitere Points-of-Interest oder Hinweise zur Hotellerie und Gastronomie eingespeist werden.

Nutzen für die Region

Durch ARmob wird die touristische Infrastruktur der Regionen mit modernsten und innovativen Methoden gefördert und ausgebaut (touristisch-archäologisches Informationssystem) und damit die Attraktivität der Regionen erhöht. Die Augmented Reality ist eine Technik, die derzeit stark im Kommen ist (Google-Glass u.a.). Hier bietet
sich im Moment noch die Möglichkeit, die technologische Führerschaft im Bereich der Anwendung zu übernehmen und mit den Regionen zu verknüpfen.

Die Attraktivität der Urlaubsregionen wird durch ein erlebnisorientiertes, dabei wissenschaftlich fundiertes und didaktisch angepasstes Marketing gesteigert – auch durch denkbare Zusatzinformationen in dem Routenplaner (z.B. Restauration und
Hotellerie).
Das Land Rheinland-Pfalz, die teilnehmenden Regionen und Kommunen, die Wissenschaftsallianz, die Universität und die Beteiligten haben durch ARmob die Möglichkeit, Tourismusförderung, wissenschaftliche und technologische Kompetenz zu kombinieren und mittels geeigneter medialer Vermittlung national und international
sichtbar zu machen und die Strahlkraft der Region zu erhöhen.

Nachhaltigkeit

Die Kosten für die einzelnen Objekte sind gering und die Nachhaltigkeit des Angebotes ist sehr groß: Es müssen keine baulichen Rekonstruktionen errichtet, gepflegt und gewartet werden. Für den ‚Überraschungsbesucher' genügt eine Infotafel mit einem QR-Code zum Download von 'App' und Objektinformationen. Abgesehen davon fallen für die beteiligten Kommunen nach Projektende keine weiteren Kosten (z.B. Serverkosten) an.

Im Falle einer gewünschten Erweiterung ist diese räumlich, in der Zahl der Objekte oder auch inhaltlich flexibel und problemlos möglich. Dies gilt auch für die Anpassung an neue Forschungsergebnisse oder neue didaktische Konzepte, auch zukünftige
Schwerpunktbildungen in der didaktischen Vermittlung sind denkbar (z.B. „Alltagsleben“, „Götterglaube“, „Handwerk“ bis hin zu „Wege und Methoden der Forschung“).

Organisation und Umsetzung des Projektes

Finanzierung

Gesamtausgaben: 1.384.149,97 €

Zuwendungsfähige Nettoausgaben: 1.212.472,77 €

Zuwendungsfähige Nettoausgaben Rheinland-Pfalz: 935.336,13 €

Förderung EU (Rheinland-Pfalz) 701.502,10 €
Förderung Land (Rheinland-Pfalz) 233.834,03 €
Eigenanteil Vorhabensträger (Rheinland-Pfalz) 132.436,70 €
Kostenbeteiligung Dritte -
Gesamt 1.067.772,83 €

Zuwendungsfähige Nettoausgaben Luxemburg: 277.136,64 €

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